Dorfspion

Vorwort

„Found Places“ - das sind Orte, die Geschichte vermitteln. Interessante und spannende Erzählungen gibt es über viele Plätze und zahlreiche davon finden sich vor der eigenen Haustür. Früher waren es vor allem Lehrer und Pastoren, die sich mit der Heimatgeschichte ...


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Das alte Rittergut zu Schwachhausen

Nicht mal jedem Taxifahrer im Landkreis ist das Dorf Schwachhausen bekannt.
Dennoch ist es alle Male wert sich intensiv damit zu beschäftigen. Schwachhausen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Bremer Stadtteil) liegt im Flotwedel und zählt mit der Nachbarortschaft Offensen, als Ortsteil, zur Gemeinde Wienhausen....


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Jagdschloss in Wienhausen...

Es war einmal und ist nicht mehr - ein ausgestopfter Teddybär.

Dieser Spruch könnte ebenso für das alte Jagdschloss in Wienhausen gelten, denn vom besagten herrschaftlichen Gebäude fehlt heute jede Spur. Wo hat es sich einst befunden? Was hatte es überhaupt damit auf sich? Nur noch einige Straßennamen erinnern an das...

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Elendwiese und Schwarzer Hamm

Es ist das Jahr 1350. Im Wienhäuser Kloster hat die Äbtissin Luitgard III, Gräfin von Delmenhorst die Leitung inne. Es begab sich, dass in ihre Amtszeit eine der schwersten Pestepidemien fiel, die jemals im Landkreis wüteten. Die Menschen starben einem zeitgenössischen Bericht zufolge, ohne die heiligen Sakramente zu empfangen. Schon Kinder wurden vom „Schwarzen Tod“ ungetauft dahingerafft. An manchen Tagen wurden von Morgens bis Abends...

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Die Kesselflickerkuhle bei Langlingen...

Kessel waren früher nicht nur Teekessel, sondern auch Töpfe und andere zum Kochen verwendete Gefäße. Da man in Kesseln/Töpfen Essen zubereitete, stellten sie einen elementaren Gegenstand dar, der unbedingt instand gehalten werden musste!

Kessel/Töpfe gingen kaputt. Zum Einen, weil sie nicht aus unterschiedlich dehnbaren Metallen bestanden - wie heute - und sich daher bei großer Hitzeeinwirkung schnell verzogen und Risse bekamen. Zum anderen, weil sie häufig jahrelang genutzt wurden. (Bild-Quelle: Lüneburger Heimatbuch Bd. II)

Flicker...

Genauso wie es heute noch (sehr) vereinzelt Scherenschleifer (Scherenschleifer) gibt, gab es früher auch noch viele andere Wanderberufe. Diese wurden meist vom so genannten „Fahrenden Volk“ (Fahrendes Volk) ausgeübt. Diese Leute wurden häufig als Zigeuner bezeichnet. Sie zogen mit ihrem Hab und Gut von Dorf zu Dorf, trieben Handel und übten ihre Wanderberufe aus. Beim bürgerlichen Volk bzw. der Dorfbevölkerung waren sie häufig nicht gerne gesehen.

Dabei hatten es diese Menschen wirklich nicht leicht: durch Armut von der Gesellschaft ausgegrenzt, gerieten sie schnell in den Ausschluss vom sozialen Alltag. Für viele begann mit kleineren Vergehen eine teuflische Abwärtsspirale, die meist in einem Leben in der Wanderschaft endete. Rechtlich war es bestimmten Bevölkerungsschichten nicht erlaubt Berufe auszuüben (z.B. Zunft-Berufe). Schnell wurden ärmere Menschen aus der Stadt verwiesen und mussten sehen wo sie blieben. Sie mussten auf der Hut sein - Räubereien und Vergehen wegen Landstreicherei brachten sie schnell hinter Gitter. Ohne feste Bleibe waren sie auf das Wohlwollen ihrer Mitmenschen angewiesen - soziale Unterstützung Seitens des Staates gab es nicht. (Bild-Quelle: Der Speicher - Heimatbuch für den Landkreis Celle).

 Das „Fahrende Volk“ gibt es praktisch schon seit jeher. Krisenzeiten, wie die Pest oder der Dreißigjährige Krieg (Kriege im Allgemeinen) brachten Menschen immer wieder dazu ihre Heimat zu verlassen.

Als Berufe kamen für die ungelernten Menschen meist nur sehr einfache und schlecht bezahlte Tätigkeiten in Betracht (Kesselflicker). Vielerorts wurde den Wander-Beruflern unterstellt sie würden vagabundieren, betteln, stehlen und betrügen. Daher wollte auch niemand diese Leute zu lange in seiner Nähe haben...

Kuhle...
Dieser Teil des Wortes bedarf kaum einer Erklärung - eine Kuhle meint eine geologische Depression, d.h. eine Senke oder Mulde die sich durch ihre tiefere Lage vom Rest des Geländes abgrenzt.

Der Ort...
Wir finden die mutmaßliche Kesselflickerkuhle im Langlinger Holz, westlich von Langlingen.

 Warum gab es eine Kesselflickerkuhle bei Langlingen...?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich dieser Frage mithilfe der Lagebeschreibung und dem nun bekannten Hintergrund zu nähern. Die logischste Erklärung ist, dass die Kuhle ein Ort war an dem die Kesselflicker vorübergehend wohnten. Das kann allerdings schon lange zurückliegen - schätzungsweise stammt die Legende aus der Zeit zwischen 1650 und 1850. Die „Auswärtigen“ sollten vermutlich nicht direkt im Ort wohnen, da man vielleicht Krankheiten und Diebstähle fürchtete. Generell wurde diesen Menschen, wie eingangs erwähnt, wenig Vertrauen geschenkt. Die Dienste nahm man aber gelegentlich gerne in Anspruch und so mussten die „Zigeuner“ ja irgendwo Unterschlupf finden.

Die Legende besagt, dass die Kesselflicker auf der Durchreise waren und im Wald bei Langlingen kampierten. In einer Nacht soll einer der Kesselflicker von Dorfbewohnern ermordet worden sein. - Allerdings ist die Legende nur mündlich überliefert. Es kann sich genauso gut um einen alten Platz handeln, dem diese Geschichte nur angedichtet wurde, um seine Bedeutung zu unterstreichen.

Fazit...

Wie schon an anderer Stelle gesagt haben alte Erzählungen meistens einen wahren Hintergrund. Bei dieser Legende ist das Problem, dass sie recht unpräzise überliefert ist. So ist uns weder die Zeit, noch der Hergang bekannt. Vielmehr wird bloß weitergegeben, dass dort einst ein paar Kesselflicker im Wald lebten, von denen einer wohlmöglich umkam. Das scheint ein wenig mager.

Im Ergebnis muss man wohl eingestehen, dass es sich eher um eine Geschichte handelt mit denen man vielleicht Kindern klarmachen wollte nicht alleine in den Wald zu gehen. Trotzdem hat die Geschichte meiner Meinung nach etwas Spannendes. Das Langlinger Holz ist an manchen Ecken noch ein richtig natürlich Wald - etwas sehr Seltenes in unserer Gegend! Und zu einem alten Wald gehört einfach auch eine gute Legende ;)